Elektrorollstuhl und Scooter

Elektrische Mobilitätshilfen nach Maß

Aktualisiert: 21. Oktober 2020
Veröffentlicht: 20. September 2020
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Elektrorollstühle und E-Scooter stehen ausgestellt in Reihe

Einleitung

Mobilität ist eine wichtige Eigenschaft, die wir erst zu schätzen lernen, wenn wir sie nicht mehr haben. Wenn Menschen aufgrund einer fortschreitenden Erkrankung, eines Schlaganfalls oder sonstigen Umständen nicht mehr in der Lage sind zu gehen, wird eine Rollstuhlversorgung sinnvoll. Liegt zusätzlich zur Einschränkung der Gehfähigkeit auch eine Einschränkung in der Feinmotorik oder in der Alarmfunktion vor, so kommen elektrische Rollstühle oder Scooter für die Versorgung in Betracht.

Beitragsübersicht

Der Elektrorollstuhl

Der Elektrorollstuhl ist eine komfortable Lösung, für Menschen mit einer fortgeschrittenen Erkrankung oder weitreichenden, körperlichen Einschränkungen. Es gibt sehr viele verschiedene Modelle auf dem Markt, sie alle haben Besonderheiten und werden unterschiedlich angewendet. Die Neuanschaffung eines Elektrorollstuhls kostet den Käufer oder die Krankenkasse im Durchschnitt zwischen mindestens 10.000 und maximal 40.000 €, je nach Funktionen und Zusatzmaterial.

Elektrorollstühle sind auch in Sachen Positionierung Allrounder, sie haben viele verschiedene Funktionen, die auch vom Nutzer zur Positionierung genutzt werden können. Hier eine kurze Übersicht über die gängigsten Funktionen von Elektrorollstühlen:

  • Beinstütze hochfahren
  • Rückenlehne nach hinten legen
  • Kandelung
  • Stehfunktion

Nicht jedes Modell hat jede Funktion, wenn ein Mensch mit Behinderung sich im Sanitätshaus beraten lässt, ist es hilfreich, wenn er sich vorher darüber Gedanken gemacht hat, ob und welche Funktion für ihn sinnvoll wäre.

Ein Elektrorollstuhl, der von der Krankenkasse finanziert wird, fährt 6 KM/H. Nur in den seltensten Fällen wird eine andere Geschwindigkeitseinstellung durch die Krankenkasse bewilligt und bezahlt. Es ist aber möglich, auf eigene Kosten eine Geschwindigkeit von bis zu 12 KM/H einstellen zu lassen. Elektrorollstühle mit Frontantrieb oder Mittelradantrieb sind auch für Touren durch unwegsames Gelände gut geeignet.

Hinweis:

Elektrorollstühle, die mehr als 6 KM/H fahren können, benötigen für die Teilnahme am Straßenverkehr eine Haftpflichtversicherung (Krankenfahrstühle) und ein Nummernschild.

Der Scooter

Der Scooter, umgangssprachlich auch Seniorenmobil genannt, ist ein Fahrzeug, das häufig auf den Straßen zu sehen ist. Viele Menschen im Anfangsstadium von fortschreitenden Erkrankungen oder im Alter, nutzen diese Möglichkeit, um ihre Mobilität außerhalb ihrer Wohnung zu erhalten. Da ein Scooter in den meisten Fällen zu groß ist, um ihn in der Wohnung zu parken, werden diese Fahrzeuge in kleinen Garagen vor Mietshäusern oder in der eigenen Garage des Wohnhauses abgestellt. Da man den Scooter nicht in der Wohnung fahren kann und sollte, ist es wichtig, dass der Nutzer noch in der Wohnung selbst gehen kann. Ob dies an Gehhilfen geschieht, ist irrelevant.

Es gibt viele verschiedene Modelle, in unterschiedlichen Größen und Geschwindigkeiten. Wenn ein Scooter von der Krankenkasse bezahlt werden soll, darf er in nicht mehr als 6 KM/H fahren.

Hinweis:

Soll es doch etwas schneller sein, so gibt es die Möglichkeit, die Aufrüstung der Geschwindigkeit selbst zu finanzieren. In diesem Fall muss eine Aufrüstung trotzdem von der Krankenkasse gebilligt werden, da ein Hilfsmittel, das von der Krankenkasse gezahlt wird, deren Eigentum bleibt. Außerdem sind Haftpflichtversicherung und ein Nummernschild bei einer höheren Geschwindigkeit notwendig.

Der Scooter im öffentlichen Nahverkehr

Wer mit einem Seniorenmobil oder einem Scooter im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sein möchte, der muss nachweisen können, dass ein Fahrzeug dafür geeignet ist. Es darf zum Beispiel nicht länger als 120 cm sein. Es ist wichtig, dass für den Nutzer vor dem Kauf klar ist, ob ein Fahrzeug gekauft werden soll, dass im öffentlichen Nahverkehr mitgenommen werden darf oder nicht. Leider gibt es aktuell nur wenige Modelle, die den Anforderungen vollständig entsprechen.

Elektrische Zusatzantriebe
für manuelle Rollstühle

Nicht in jeder Wohnung ist genug Platz, um mit einem Elektrorollstuhl darin fahren zu können. Auch für den Transport im Auto ist ein Elektrorollstuhl mit einem Gewicht von ca. 140 Kilo nur mit einem speziellen Auto geeignet. Um diese Probleme zu lösen, haben die Hersteller der Rollstühle elektrische Zusatzantriebe wie den E-fix der Firma Alber entwickelt.

Sie werden durch besondere Konstruktionen an Aktivrollstühlen befestigt und bieten die Möglichkeit, den Rollstuhl so zu nutzen, wie wenn man ihn aktiv fahren würde, mit dem Unterschied, dass es eine elektrische Unterstützung oder ein kleines bedient Panel mit Joystick gibt, über das die Steuerung des Rollstuhls läuft. Diese Zusatzantriebe haben meistens eine Maximalgeschwindigkeit von 6 KM/H und eine mittelmäßige Reichweite des Akkus (10-12 km).

Zusammenfassung und Fazit

Zusammenfassend ist zu sagen, dass es auch auf dem elektrischen Hilfsmittelmarkt viele tolle Dinge gibt. Die hier aufgeführten Geräte sind die gängigsten, die in der Versorgung von Menschen mit Behinderung und fortschreitenden Erkrankungen eingesetzt werden. Es gibt noch eine Vielzahl weiterer, elektrischer Adaptionen und Rollstuhlarten, zum Beispiel den Segway-Rollstuhl. Eine umfassende Informationsquelle für Hilfsmittel dieser Art bieten die Sanitätshäuser und die regelmäßig stattfindenden Inklusions-, Pflege- und Rehabilitationsmessen.

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