Assistenzhunde

Der beste Freund des Menschen als vielseitiger Helfer

Aktualisiert: 21. Oktober 2020
Veröffentlicht: 25. September 2020
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Hübscher Golden Retriever läuft über eine Wiese

Einleitung

Der Hund ist neben der Katze das beliebteste Haustier der Deutschen. Häufig werden die für flauschigen Fellnasen jedoch grenzenlos unterschätzt, man bindet ihnen Schleifchen ins Fell, wirft ein Stöckchen und streichelt ihn. Dass der Hund viele Fähigkeiten hat, wie er den Menschen unterstützen kann, wissen die wenigsten … Manche Hunde sind sogar so schlau, dass sie Menschen mit schweren Erkrankungen oder Behinderungen als Helfer zur Seite stehen, sie sind Assistenzhunde.

Beitragsübersicht

Was ist ein Assistenzhund?

Ein Assistenzhund, oft auch als Service dog oder Behindertenbegleithund bezeichnet, ist ein Hund, der eine spezielle Ausbildung genossen hat und dadurch in der Lage ist, seine Menschen in gewissen Lebenslagen gezielt zu unterstützen.

Nicht alle Assistenzhunde haben dieselben Aufgaben, es gibt viele Möglichkeiten, die ein Hund erlernen kann, um bestimmte, körperliche oder seelische Einschränkungen zu kompensieren. Die bekannteste Ausbildung für einen Assistenzhund ist die, zum Blindenhund. Ein Blindenhund führt seinen Menschen durch den Straßenverkehr, findet Ampeln oder weist auf Hindernisse hin.

Diabetikerwarnhunde sind in Deutschland auch bekannt, sie können Schwankungen des Blutzuckers riechen und ihren Menschen rechtzeitig vor unter- oder Überzucker warnen. Außerdem können Sie in Notsituationen Hilfe holen und bei Bedarf Medikamente bringen. Eingesetzt werden sie häufig bei Typ 1 Diabetes.

Ähnliche Aufgaben haben Epilepsiewarnhunde. Sie können einige Minuten vor einem Anfall, diesen schon spüren und rechtzeitig ihren Menschen warnen, dass er sich setzen kann. So kann die Sturzgefahr bei einem Anfall verringert werden. Ist ein Anfall besonders stark oder besonders lang, so ist auch der Epilepsiehund in der Lage Hilfe zu holen und Medikamente zu bringen. Außerdem bleiben die Hunde meistens während des Anfalls bei ihrem Menschen und können durch ihre Anwesenheit beruhigend wirken.

Der klassische Assistenzhund wird für Menschen im Rollstuhl ausgebildet. Er lernt zum Beispiel Lichtschalter zu bedienen, Türen zu öffnen oder beim an und auskleiden zu helfen. Bei Kindern werden Assistenzhunde auch gerne als Brückenbauer eingesetzt. Das heißt, sie sind dazu da, um das Selbstbewusstsein des Kindes zu stärken, wodurch das Kind selbstbewusster auf andere zugehen kann.

Welche weiteren Assistenzausbildungen gibt es für Hunde?

  • Asthmawarnhund
  • Assistenzhund für Mobilität
  • Autismushund
  • PTBS-Assistenzhund
  • LPF-Assistenzhund
  • FAS-Assistenzhund
  • Signalhund
  • Demenz-Assistenzhund
  • Schlaganfallwarnhund

Wie wird ein Assistenzhund ausgebildet?

Assistenzhunde werden von speziellen Trainern ausgebildet. Sie müssen sehr hohe Standards erfüllen, da sie im gesellschaftlichen Leben auch besondere Vorteile gegenüber normalen Hunden genießen. Sie müssen ihre Aufgaben konzentriert ausführen und dürfen sich nicht ablenken lassen. Auch nicht, wenn gerade ein leckeres Kaninchen vorbeiläuft. Damit der Hund diesen Versuchungen widerstehen kann, muss er eine lange Ausbildung durchlaufen. Während dieser Ausbildung muss der Hund mit seinem Menschen zu einem Team werden. Dies geschieht durch intensives Training, zu Hause und in einer Schulungseinrichtung.

Kann jeder Hund zum Assistenzhund ausgebildet werden?

Um als Assistenzhund geeignet zu sein, muss der Hund Voraussetzungen erfüllen, die für die jeweilige Art der Ausbildung wichtig sind. So müssen Hunde, die etwas erschnüffeln sollen, wie zum Beispiel der Epilepsiehund, eine besonders gute Nase haben. Blindenführhunde brauchen einen guten Orientierungssinn. Eines müssen alle angehenden Assistenzhunde gemeinsam haben, sie müssen gerne lernen und aufmerksam sein. Soll ein Assistenzhund angeschafft werden, so sind die ausbildenden Trainer auch meistens bei der Wahl des Hundes dabei und unterstützen mit ihrer fachlichen Expertise.

Welche Rassen werden am häufigsten als Assistenzhund eingesetzt?

Die Ausbildung zum Assistenzhund ist nicht zwingend Rasse abhängig, solange der Hund die Voraussetzungen erfüllt. Trotzdem ist es so, dass es Rassen gibt, die die Voraussetzungen öfter erfüllen, als andere. So werden zum Beispiel Golden Retriver, Labrador oder Königspudel sehr häufig als Assistenzhunde eingesetzt.

Was kostet ein Assistenzhund?

Die Anschaffung eines Assistenzhundes ist nicht gerade günstig. So kostet die Ausbildung im Durchschnitt 25.000 €.

Gibt es Finanzierungsmöglichkeiten über Kostenträger?

Die Kosten für die Ausbildung eines Assistenzhundes sind hoch, kaum ein Mensch mit Behinderung oder Erkrankung kann diese Kosten selbst aufbringen. Deshalb ist es wichtig, dass jede Möglichkeit genutzt wird, den notwendigen Hund zu finanzieren oder zustoßen zu lassen. Hierfür gibt es einige Möglichkeiten, die vor der Anschaffung eines Assistenzhundes geprüft werden sollten:

Krankenkasse:

Assistenzhunde haben keine Hilfsmittelnummer, das heißt, dass die Krankenkassen in der Regel für die Kosten, die durch einen Assistenzhund entstehen, nicht aufkommen. Lediglich Blindenhunde können von der Krankenkasse finanziert werden.

Persönliches Budget:

Das persönliche Budget ist eine vielfältige Leistung, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen soll. Da das persönliche Budget von unterschiedlichen Kostenträgern übernommen werden kann, ist es wichtig zu prüfen, welche Aufgaben der Hund hat und welche Kostenträger (zum Beispiel Sozialamt, Krankenkasse oder Jugendamt) dafür infrage kommen würden.

Fonds

In Deutschland gibt es einige Fonds, die meistens aus Spenden finanziert werden. Es ist ratsam zu prüfen, ob es für die entsprechende Einschränkung, die kompensiert werden soll, einen Fond gibt, über denen der Assistenzhund finanziert werden könnte. Der „weiße Ring“ hat zum Beispiel ein Fond, aus dem PTBS-Assistenzhunde in bestimmten Fällen finanziert werden können.

Hinweis:

Wenn Sie nicht sicher sind, ob der Hund von einem Kostenträger finanziert werden könnte, so ist es lohnenswert, einen Antrag zu stellen und die Bescheidung abzuwarten. Manchmal überraschen Kostenträger ihre Klienten auch positiv.

Welche Vorteile hat der Assistenzhund
gegenüber dem Familienhund?

Assistenzhunde begleiten ihre Menschen in allen Lebenslagen. Innerhalb der deutschen Bundesländer gibt es nicht immer einheitliche Regelungen, wie die Haltung von Assistenzhunden gefördert, bezuschusst oder steuerlich erleichtert wird. Die Bundesländer haben auf ihren Webseiten Informationen zur Hundehaltung bei Schwerbehinderung.

Befreiung von der Hundesteuer für Assistenzhunde

Es gibt in den meisten Ländern eine Befreiung von der Hundesteuer, für Assistenzhund. In anderen Bundesländern eine Steuererleichterung, welche Regelung in dem entsprechenden Bundesland gilt, in dem der Hund gehalten werden soll, muss auf der Webseite des Finanzamtes nachgelesen werden.

Zutritt zu Supermärkten

„Wir müssen draußen bleiben“, dieses Schild hängt an den Eingangstüren von Supermärkten, Restaurants und Kinos. Für Assistenzhund gilt dieses Schild nicht. Sie haben Zutritt zu diesen Läden. Trotzdem kommt es häufig vor, dass Ladenbetreiber von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und den Hund des Ladens verweisen. In diesem Fall kann das als Diskriminierung von Menschen mit Behinderung gelten, denn der Assistenzhund ist notwendig, dass sich zum Beispiel ein blinder Mensch im Laden zurechtfinden kann.

Zusammenfassung und Fazit

Assistenzhunde sind tolle Helfer im Alltag, sie können Einschränkungen, die durch eine Krankheit oder eine Behinderung ausgelöst werden, abfangen und ausgleichen. Die Anschaffungskosten für einen Assistenzhund werden leider nur in den seltensten Fällen oder bei Blindenführhunden von den Krankenkassen oder anderen Kostenträgern übernommen.

Assistenzhunde genießen eine sehr intensive Ausbildung und müssen sich auf ihre Arbeit voll konzentrieren können. Dafür genießen sie auch besondere Vorteile im gesellschaftlichen Leben, wie zum Beispiel die Befreiung von der Hundesteuer in manchen Bundesländern oder der Zutritt zu Supermärkten und anderen Einrichtungen, in denen Hunde sonst verboten sind.

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